LOTHAR KLÜNNER
PASSAUER STR. 11
D - 10789 BERLIN



Herrn Prof. Dr. Jean Firges
Barbarossastraße 17
76855 Annweiler

Berlin, den 28. Januar 2005

Sehr geehrter Herr Dr. Firges,

selten habe ich ein Buch mit so durchgängiger Zustimmung und soviel Genuß an der klaren Darstellung und deshalb mit so großem Gewinn gelesen wie Ihre Einführung in die Lyrik Paul Celans. Fast im Vorbeigehen in die Hand gedrückt hatte es mir eine gute alte Freundin, die von meiner Vorliebe für Celans Texte und von meinen früheren Besuchen bei ihm in Paris mit Johannes Hübner wußte und der auch bekannt war, daß wir in unserer Zeitschrift "SPEICHEN – Jahrbuch für Dichtung" 1970 als erste ein paar (zehn) seiner nachgelassenen Gedichte veröffentlicht hatten. Die Lektüre Ihres Buches war für mich – ich kann es nicht anders sagen – ein Fest, ein stilles innerliches Fest. Diese Emotion schlug sich denn auch in zwei Gedichten nieder, die ich mir beizufügen erlaube, in der Hoffnung, Sie mögen dies als Zeichen meiner Dankbarkeit für das Festvergnügen empfinden und meiner Bewunderung für die vorbildliche und in der deutschen Germanistik ungewöhnlich ausdrucksklare Interpretationsleistung. Ich kann das beurteilen, ich habe jahrzehntelang für die Berliner Sender RIAS und SFB Literatursendungen geschrieben und gesprochen und stand dort in dem Ruf, "Hermetismus für alle" anschaulich machen zu können. Natürlich hatte ich dafür niemals so sorgfältig. die Quellen befragen müssen, wie Sie es für uns in so unüberbietbar umfassender und tiefschürfender Weise getan haben.

Verzeihen Sie diesen Erguß, aber ich mußte das loswerden. In der Anlage finden Sie die erwähnte Nummer der SPEICHEN, ein Bändchen mit einer Gedichtsammlung von mir und darin eingelegt drei Gedichte an Paul Celan.

Mit meinen besten Wünschen und freundlichen Grüßen

gez. LOTHAR KLÜNNER



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